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Vilsecker Mulde

Feuchtgebiet am Oberlauf der Vils

Hackelweiher, Großer Schleierweiher, Großer Sollerweiher oder Wagenweiher, so heißen einige Feuchtwiesen, die der Bund Naturschutz seit vielen Jahren in der Vilsecker Mulde pflegt. Die Namen deuten auf eine ehemalige Nutzung als Fischweiher hin. Im Mittelalter gab es in der Vilsecker Mulde eine ausgedehnte Teichlandschaft. Seit einigen Generationen gibt es zwischen Vilseck und Freihung auch Feuchtwiesen, Erlen- und Birkenbruchwälder, Hochstaudenfluren, Faulbaum-Gebüsche und Kiefernwälder.

Gerade die Feuchtwiesen in der Vilsecker Mulde beherbergen eine große Anzahl von bedrohten Arten. Um Tiere wie das Ampfer-Grünwidderchen, die Gefleckte Heidelibelle, die Westliche Keiljungfer, den Sumpfgrashüpfer, die Sumpfschrecke, die Große Goldschrecke, den Laubfrosch oder den Wachtelkönig erhalten zu können, kümmert sich unser Verband gemeinsam mit Landwirten um die richtige Bewirtschaftung der Flächen. Dies heißt vor allem, dass möglichst spät gemäht wird und dass auf Düngung und Pflanzenschutz verzichtet wird. 

Neben der Mahd und der richtigen Technik spielt der Wasserhaushalt eine zunehmend wichtige Rolle. Die Jahre 2018 bis 2020 waren extrem trocken. Im Jahr 2021 sieht es im Frühjahr deutlich besser aus. Doch Regen ist das eine. Die Grundwasserspiegel sind über die Trockenjahre stark gesunken. Wir versuchen das Wasser in der Fläche zu halten, um es der Versickerung zuzuführen. Die Entwässerungsgräben sollten daher so bewirtschaftet werden, dass sie abgestimmt mit dem fachlichen Naturschutz entlandet werden. Die BN-Flächen sind Teil des Projektes zur Umsetzung des Arten- und Biotopschutzprogramms (ABSP) zum Erhalt, der Sicherung und Optimierung der Landschaft.
Die Vilsniederung liegt im Naturraum des "Oberpfälzer Hügellandes" in der naturräumlichen Untereinheit der "Vilsecker Kreidemulde ". Durch enge "Verzahnung" mit anderen ökologisch bedeutsamen Lebensbereichen in der Vilsecker Mulde stellen die Flächen einen idealen Bestandteil im Sinne einer Biotopvernetzung dar.


Der 1. Vorsitzende des BN im Gespräch mit Landwirten.

Die Wiesen werden jährlich gemäht , um eine Verbuschung zu verhindern und sie als artenreiche Mahdwiese zu erhalten. 

Pflanzen wie das Sumpf-Blutauge, der Brennende Hahnenfuß, der Kleine Klappertopf oder der Knöllchensteinbrech fallen im Frühjahr auf den Wiesen ins Auge. Viele unterschiedliche Arten aus den Familien der Seggen, Binsen und Gräser finden ebenfalls eine Heimat, nur fallen sie uns weniger auf. Dennoch bilden gerade auch diese artenreiche Ausbildungen.