Naturschutzgebiet Pegnitzaue zwischen Ranna und Michelfeld





Bleiben Sie bitte auf den Wegen und lassen Sie Ihre Hunde nicht frei laufen.
Die zunehmenden Trockenjahre fordern uns beim Schutz der Weiher mächtig heraus. Das Jahr 2026 war leider wieder sehr trocken.
Im Sommer 2022 hatten beide Weiher nur noch eine geringe Wasserfläche. Beide Weiher wurden im Oktober 2022 abgefischt. Dies war notwendig, um ein ökologisches Fließgleichgewicht herzustellen. Den Oberen Kammerweiher haben wir mit tatkräftiger Unterstützung des Hersbrucker Fischereivereins abgefischt. Dabei wurden mehr als fünfzig große Hechte entnommen, sehr viele Schleien aller Altersstufen, sowie mehr als 325 kg Rotaugen, Lauben, Rotfedern und Moderlieschen.
Der Weiher wurde sofort wieder bespannt, um eine baldige Befüllung zu erreichen.
Obwohl kein Besatz stattfindet verbleiben stets Fische im Weiher, die man gar nicht erwischt beim Abfischen. Dies zeigen unsere jahrzehntelangen Erfahrungen.
Erfreulicherweise wurden keine Giebel gefunden; diese Fischart hat uns in der Vergangenheit große Probleme bereitet.
Im Oktober dieses Jahres 2026 hatten wir, mit sehr guter fachlich abgestimmter Vorbereitung, den Oberen Kammerweiher abfischen wollen. Wir mussten am Samstag, den 03. Oktober völlig überrascht feststellen, dass abertausende Kleinfische da waren und keinerlei größere Raubfische wie Hechte und Barsche, die wir in den letzten Jahrzehnten stets dabei hatten.
Es musste schnell gehandelt werden. Wir brachen das Abfischen ab und versuchten schnell wieder Wasser in den Weiher zu bringen, um ein unnötiges Tierleid zu minimieren. Dies wurde notwendig, da die Unzahl kleiner Fsiche gar nich vernünftig zu bergen gewesen wären.
Leider kamen trotzdem unzählige Kleinfische aufgrund von Sauerstoffarmut ums Leben. Wir haben versucht zu retten was zu retten war und auch in den daraufvollgenden Wochen wiederholt Fischlein, die sich bereits im Ausleitungskanal zur Pegnitz befanden, in den Weiher zurück zubringen.
Wir stimmen über den Winter mit dem amtlichen Naturschutz ab wie wir zukünftig weiter vorgehen wollen.
Überblick
Der BN betreut die Kammerweiher bei Auerbach seit 1980 als Pächter. Sie sind im Besitz der N-ERGIE Nürnberg und liegen im Naturschutzgebiet "Pegnitzaue zwischen Ranna und Michelfeld."
Bedeutung der Kammerweiher für den Artenschutz
Bei Erhebungen der Tierwelt durch den Bund Naturschutz im Rahmen eines Glückspirale-Projektes wurden 2002 über 60 verschiedene Vogelarten festgestellt, darunter allein 16 gefährdete Arten der Roten Liste. Viele Vögel nutzen die großen Wasserflächen als Rast- und Nahrungsplatz auf dem Durchzug. Wir führten in den vergangenen Jahren im Spätsommer eine Absenkung der Wasserstände durch, um den Watvögeln (Limikolen) Schlickflächen zu bieten. Dies machen wir seit mindesten 2018 nicht mehr, sondern versuchen ganz im Gegenteil Wasser zu halten.
2021 brüteten übrigens erstmals Fischadler. Ein schöner Erfolg. Regelmäßig brüten auch Rohrweihen. Baumfalken und Eisvogel sind Nahrungsgäste.
Seit einigen Jahren haben wir ein massives Problem der Wasserhaltung. Bedingt durch ausbleibende Niederschläge, verstärkter Sonneneinstrahlung mit höheren Verdunstungsraten stellen wir fest, dass die Verlandung der Weiher zunimmt. Die Ablaufbauwerke, Mönche genannt, sind gut abgedichtet und würden ankommendes Regenwasser halten. Sinkende Grundwasserpegel verschärfen das Problem sinkender Wasserstände. 2024 war nach dem Jahr 2021 wieder ein regenreicheres Jahr aber es reicht noch lange nicht, da sich das Grundwasser in den letzten Jahrzehnten massiv abgesenkt hat. Es wird noch viele Jahre dauern bis es zu einer Erholung kommen kann.
Amphibische Lebensräume an den Uferbereichen, wie z. B. Großseggenrieder, Schilfröhricht oder Erlenbruchwälder, sind wichtige Bestandteile im Ökosystem naturnaher Teiche.
Erhaltungsmaßnahmen
Um die Lebensraumbedingungen für die Tierwelt zu optimieren ist es wichtig im Jahreszyklus einen Wasserstand einzustellen, der die Entwicklung von Verlandungszonen zulässt, aber andererseits nicht zum Zuwachsen der Wasserfläche führt. Der Fischbesatz wird durch regelmäßiges Abfischen etwa im Drei- bis Fünfjahresrhythmus reguliert. Die extensive Bewirtschaftung der Weiher ist die Voraussetzung dafür, die Artenvielfalt zu erhalten und zu vergrößern.



