Position der Kreisgruppe zur Nutzung der Windenergie

Im Zusammenhang mit der Diskussion zur Errichtung von Windrädern/Windparks im Landkreis Amberg- Sulzbach gibt die Kreisgruppe des BN folgende Stellungnahme ab:

Die Auswirkungen des globalen Klimawandels lassen erhebliche negative Folgen für die Menschen und für die Natur in Bayern erwarten.

Um einen nachhaltigen Klimaschutz zu sichern, müssen die Kohlendioxidemissionen in den nächsten Jahrzehnten drastisch abnehmen. Mit der 10 H Regelung wird seit Jahren ein sinnvoller Ausbau von Windkraft ausgehebelt.

Um dieses Ziel zu erreichen muss es zu einer CO2-Reduktion kommen. Energieeinsparung und die Steigerung der Energieeffizienz bleiben wichtig. Über 2/3 der bisher verbrauchten Energie kann dadurch ersatzlos eingespart werden. Der CO2-Ausstoß wird um 85 % zurückgehen, die Umstellung ist in ca. 25 Jahren zu schaffen.

Zur Deckung des verbleibenden Restenergiebedarfs werden Sonne, Wasser, Biomasse, Wind und Erdwärme eingesetzt.

Der Bund Naturschutz begrüßt daher die Errichtung von Windkraftanlagen (als dezentrale, regenerative Energiequellen). Auf den Beitrag der Windenergie zum Klimaschutz können wir auch bei uns nicht verzichten!

Die ersten zwei Anlagen wurden im Jahr 2011 im Landkreis bei Hainstetten in der Gemeinde Freudenberg errichtet. Derzeit sind in Amberg-Sulzbach 28 Anlagen (Stand 11.2019) in Betrieb. Ein knappes Drittel des Strombedarfs wird durch die Windkraft gedeckt. Im Nachbarlandkreis Neumarkt sind es 50%!

Der BN geht davon aus, dass es in Bayern eine ausreichende Anzahl  geeigneter Standorte gibt, auf denen solche Anlagen konfliktlos zu errichten sind. Windkraftenergie wird ohne Abgase, ohne Abwärme und ohne Radioaktivität erzeugt.

Es gibt mehr Potenzial für Windkraft im Landkreis.

Dennoch ist es für den BN bei Weitem nicht erstrebenswert oder notwendig, jeden potenziell möglichen Standort zu nutzen!

Die rückstandsfreie Herstellung von Windstrom darf auch nicht als Freibrief für einen ungezügelten Bau solcher Anlagen interpretiert werden.

Es gibt Bereiche, die von Windkraftanlagen freizuhalten sind:

  • Zonen, die den erforderlichen Abstand zur nächsten Wohnbebauung umfassen
  • Gebiete mit markanten landschaftsprägenden Strukturen
  • Lebensstätten besonders geschützter Tier- und Pflanzenarten
  • Flugkorridore von Zugvögeln
  • ausgewiesene Schutzgebiete.

Für jedes Projekt ist eine spezielle Einzelfallprüfungen erforderlich! Der Einfluss von Windkraftanlagen auf das Landschaftsbild lässt sich mit so genannten Sichtbarkeitsanalysen bewerten.

Wenn diese Anforderungen des Natur-, Umwelt- und Landschaftsschutzes - und damit verbunden der Schutz der Menschen - erfüllt werden, kommt ein vorgesehener Standort zur Nutzung durch Windkraft in Frage.

Ein Windpark mit z. B. über 30 Einzelanlagen im Wald führt zu so massiven Belastungen des Landschaftsbildes und von Flora und Fauna, dass keine Akzeptanz erwartet werden kann. Der BN befürwortet eine Begrenzung der Anlagen an einem geeigneten Standort, möglichst als Bürgerwindanlage.

Um die Windenergie umweltfreundlich nutzen zu können, muss eine sinnvolle Standortvorauswahl möglich sein. Dazu fehlen aber bisher verlässliche Daten um mögliche Standorte umfassend beurteilen zu können; es gibt keine Ausweisung von Vorrang- und Tabubereichen für Windkraftanlagen.

Zum jetzigen Zeitpunkt können vom BN noch keine abschließenden Aussagen zu Planungsvorhaben in der Region (Freihung- Vilseck, Freudenberg und Auerbach) abgegeben werden, da keine konkreten Planunterlagen vorliegen.

Sulzbach-Rosenberg, Januar 2020

Peter Zahn
1. Vorsizender Kreisgruppe Amberg-Sulzbach