Hornissen – zu Unrecht verfolgt

Immer im Sommer häufen sich die Anfragen "Hornissengeplagter". Die heimische Hornisse genießt den besonderen Schutz der Bundesartenschutzverordnung. Sie darf daher grundsätzlich nicht getötet, ihre Bauten dürfen nicht zerstört werden.

Die alte "Weisheit", dass drei Stiche der Hornisse einen Menschen töten und sieben ein Pferd ist ein sich immer noch hartnäckig haltendes Gerücht, zudem Loriot sagte: "Wussten Sie, dass der Biss eines einzigen Pferdes genügt, um eine Hornisse zu töten?" Das Hornissengift ist nicht gefährlicher als das der Wespe, und, da sie sich nicht von Aas ernähren, übertragen sie auch keine Infektionskrankheiten. Außerdem sind diese Insekten nicht angriffslustig. Empfindlich reagieren sie höchstens dann, wenn ihnen im nahen Umkreis zu ihrem Nest die Flugbahn verstellt wird. Somit ist es klar, dass Manipulationen am Flugloch, Erschütterungen der Wabe oder Hineinblasen ins Nest sie reizt.

Beachtet man diese Störfaktoren und bewegt man sich langsam und nicht hektisch, kann man ohne Angst den Hornissen bei ihrer eindrucksvollen Arbeit zuschauen. Verfliegt sich eine Hornisse in der Dämmerung einmal ins Haus, kann man das Tier durch Ausschalten des Lichtes und weites Öffnen des Fensters leicht wieder zum Wegfliegen bringen.

Hornissen sind als "Naturpolizei" enorm wichtig für das Ökosystem. Zu den Beutetieren gehören nicht nur Fliegen, sondern auch andere Insekten, die für Menschen unangenehm oder lästig sind, wie z.B. Raupen, Bremsen, Wespen. Hornissen tragen dazu bei, Massenvermehrungen von Schädlingen zu verhindern. Ein großes Volk kann bis zu ein Pfund Insekten pro Tag erbeuten.

Im Hochsommer erreicht der Staat mit 200 bis 600 Tieren seine größte Stärke, die imposante "Hornissenburg " ist dann oft bis zu 50 cm hoch. Ab dem Spätsommer nimmt die Zahl der Hornissen im Staat laufend ab. Im Herbst stirbt das gesamte Volk, nur einzelne Jungköniginnen überleben den Winter in Verstecken, wie in morschem Holz. Im darauffolgenden Frühjahr suchen sie wieder einen geeigneten Nistplatz und der Lebenszyklus der Hornisse beginnt von neuem.

In unvermeidlichen Fällen , z.B. bei Hornissen-Allergikern wird eine Versetzung des Nestes durch Mitarbeiter des Bundes Naturschutz vorgenommen.  Der beste Schutz für Mensch und Hornisse jedoch ist die gegenseitige Toleranz.

 

 

Die Spezialisten der Kreisgruppe des Bundes Naturschutz beraten im Landkreis und in der Stadt Amberg seit mehr als 20 Jahren die Bevölkerung.

Auskünfte erteilt die Kreisgruppe Amberg-Sulzbach des Bundes Naturschutz unter der Tel.Nr. 09661-3427, die Untere Naturschutzbehörde Amberg-Sulzbach unter der Tel.Nr. 09621-39-0, sowie die Stadt Amberg unter der Tel.Nr. 09621-10249


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