Projektvorstellung: Energiespardorf Bayern

Die Idee: Das experimentelle Dorfmodell

Um die komplexen Zusammenhänge bei klimapolitischen Entscheidungen zu verstehen und die Konsequenzen geplanter Maßnahmen zu erfassen, wurde ein reales Modell eines Dorfes gebaut, bei dem verschiedene Energieerzeugungsmaßnahmen und Energieverbrauchssituationen in realer Funktion simuliert werden können. Hierzu werden verschiedene Häuser und Energieversorgungsanlagen mit Energieverbrauchern (Kühlschrank, Computer, Beleuchtung, u. ä.) in vielen Varianten aufgebaut. Von den Nutzern modular in das Dorf eingebaut, können die Auswirkung dann real gemessen und die Wirkung auf den Klimaschutz für das ganze Dorf getestet werden.

Projekt-Ziele

a) Begriffe Leistung, Energie praktisch erfahren

b) Sensibilität für die Notwendigkeit eines abgestimmten Handelns beim Energiesparen hervorrufen

Die Simulation mit dem Energiespardorf zeigt schnell, dass das Handeln eines Einzelnen nur geringe Auswirkungen hat, während ein abgestimmtes Handeln aller Beteiligten das Ziel in erreichbare Nähe rückt. Hierdurch wird die Motivation jedes Mitspielers geweckt, einerseits die Entscheidungen der politischen Gremien zu beeinflussen, darüber hinaus aber auch im eigenen Alltag Änderungen herbeizuführen.

c) Partizipation von Kindern und Jugendlichen fördern – Engagement wecken– Demokratie üben

Die Diskussion über den Klimawandel, seine Auswirkungen und mögliche Anpassungsmaßnahmen erreicht die Kinder und Jugendlichen ebenso, wie die Erwachsenen. Im Gegensatz zu ihnen haben sie jedoch bisher wenig Möglichkeiten sich an Lösungsprozessen zu beteiligen. Mit Hilfe des Modells können Informationen handlungsorientiert vermittelt werden. Mittels des Rollenspiels werden Entscheidungsprozesse nachgestellt und demokratisches Handeln geübt.

d) Begeisterung für Forschung und Technik wecken – Vorbehalte gegenüber Naturwissenschaft abbauen

Mit dem Modell soll spielerisch gezeigt werden, wie interessant Technik sein kann und wie wichtig die Auswahl der richtigen Techniken für unsere Zukunft ist. Hiermit wollen wir auch gezielt die Bereitschaft für technische und naturwissenschaftliche Ausbildungen fördern.

Technische Ausführung und Kursablauf

Für die Entwicklung und technische Ausführung des Projektes konnte der Diplom-Physiker Peter Satzger mit langjähriger Erfahrung in der Industrie und der Energieforschung gewonnen werden.
Kern des Konzeptes ist das selbstständige Erforschen von Energiethemen und deren Zusammenhänge im Umfeld einer Gemeinde.
Hierzu wurde ein großer Brettaufbau einer durchschnittlichen Bayerischen Gemeinde mit 8000 Einwohnern mit zugehöriger real funktionierender Energieversorgung entwickelt und erstellt, an dem die Teilnehmer Veränderungen an den Häusern sowie an der Energieversorgung vornehmen können. Ziel der Veränderung, die die Teilnehmer selbst entscheiden, planen, durchführen und testen, soll sein, die Energieversorgung klimafreundlich zu gestalten.
Zu Kursbeginn machen Mitmachexperimente am Energiefahrrad die Begriffe Leistung und Energie anschaulich und es wird auf den Wert der Energie eingegangen.
In einer zweiten Phase wird dann Hand ans Modelldorf gelegt. Hier kommt es regelmäßig zu spannenden Erkenntnissen: Ist der Kühlschrank oder der Computer der größere „Stromfresser“? Und was haben Moore überhaupt in einem Energiespar-Modelldorf zu suchen?

Die Modell-Häuser sind auf einer Fläche von ca. 7,5 m² aufgebaut. Die Teilnehmer wählen aus vielen verschieden Stromverbrauchern aus, bauen diese ein und erfahren direkt, welche Auswirkungen dies auf den Stromverbrauch und die CO2- Emission des gesamten Dorfes hat.
Verschiedene Arten für die Energieversorgung stehen zur Verfügung: Strom aus Großkraftwerken sowie verschiedene lokale Energieerzeuger wie Photovoltaikanlagen, Windenergieanlagen, Biogasanlagen, die teilweise in richtiger Funktion oder als Modell aufgebaut wurden. So kann z.B. der Einfluss von Wind und Sonnenangebot (simuliert über Strahler) auf die Versorgung gezeigt werden.
Des Weiteren können durch Veränderungen auf den Feldern auch Einflüsse auf das Klima simuliert werden, die aus verschiedenen Methoden der Landwirtschaft oder Verhaltensänderungen der Verbraucher entstehen.
Im Rollenspiel wird nun versucht die Bedingungen in der Gemeinde zu optimieren. Bürgermeister, Handwerker, Energieversorger, Landwirte, Fabrikbesitzer, Naturschützer vertreten im Gemeinderat ihre Interessen. Die gefällten Entscheidungen werden am Modell umgesetzt – die Auswirkungen werden sofort sichtbar.
Gleichzeitig wird sowohl demokratisches Handeln eingeübt, als auch der Vorteil kooperativen Handelns erfahrbar gemacht.

Das Projekt wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie

 

Anmeldung und Information:

BUND Naturschutz Kreisgruppe Amberg-Sulzbach
Obere Gartenstraße 3
92237 Sulzbach-Rosenberg
Tel. 09661/3427
E-Mail: bund.naturschutz-as@asamnet.de


Das Energiespardorf im Internet:

https://www.bund-naturschutz.de/energie/energiespardorf-bayern.html

https://www.bund-naturschutz.de/umweltbildung/oekostationen/wartaweil.html

Das Energiespardorf Bayern wurde am 16. Juni 2012 auf dem Lernfest in Benediktbeuern erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Umweltminister Dr. Marcel Huber war begeistert.
Beim Besuch von Kreisräten aus dem Landkreis Bad Dürkheim diente das Modell als Hilfsmittel zum gegenseitigen Austausch. Der stellv. Landrat des Landkreises Starnberg, Albert Luppart, hatte die Gäste nach Wartaweil eingeladen.
Bei der Grundlagenschulung „Umwelt, Forst und Nachwachsende Rohstoffe“ für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bayerischen Bauernverbandes in Herrsching fand eine entsprechende Vorführung statt.
In der Berufsschule Starnberg konnten sechs Klassen anhand des Modells über die Energieversorgung in der Kommune diskutieren.
In Rahmen eines Betriebsausfluges besuchten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Max-Plank-Institutes für Plasmaphysik das Naturschutz- und Jugendzentrum. Der Hauptprogrammpunkt war das Strategiemodell.
Energiesparmaßnahmen und Verhaltensänderungen können bei dem Modell direkt praktisch umgesetzt und die Auswirkungen direkt nachvollzogen werden.
Die Leistungsfähigkeit und die Nutzungsfolgen von verschiedenen Energieversorgungsarten werden anschaulich demonstriert.