Bär, Wolf, Luchs - sie kehren zurück


In einem Vortrag im LCC in Sulzbach Rosenberg stellt Christian Hierneis vom BUND Naturschutz Bär, Wolf und Luchs vor .Der BUND Naturschutz ist der größte bayerische Umweltverband, er hat 200000Mitglieder,er ist überparteilich und unabhängig, er finanziert sich über Mitgliedsbeiträge, Spenden oder Testamenten. Christian Hierneis ist Vorsitzender der Kreisgruppe München und ist, wie die meisten, rein ehrenamtlich tätig.
Bär, Wolf und Luchs sind im Bundesnaturschutzgesetz ( BNatSchG Abschnitt3/§44) unter besonderen Artenschutz gestellt, das heißt sie dürfen nicht gefangen , verletzt oder getötet werden, ihre Ruhe- und Aufzuchtstätten dürfen nicht gestört werden. Nur zur Abwendung erheblicher wirtschaftlicher Schäden oder bei Gefahr der öffentlichen Sicherheit ist eine Ausnahme dieser Schutzbestimmung möglich. Sind also Bär, Wolf und Luchs bald wieder in unseren Wäldern heimisch?
Der europäische Braunbär (ursus arctos arctos), 1m hoch, 2mlang, 180kg schwer lebt überwiegend vegetarisch. Täglich frisst er 9kg Beeren, Gräser, Kräuter, Nüsse, Obst und Honig und 3kg tierische Nahrung, Ameisen, Bienen, Larven, Mäuse, Aas oder Haustiere. 60000 Bären leben noch in Europa, der größte Teil in davon im Osten. In Russland und Rumänien werden die Tiere stark bejagt, in Slowenien und der Slowakei stehen sie unter Schutz. Bärenmänner erkunden und besiedeln neue Gebiete und so verirrt sich auch manchmal ein Tier nach Deutschland. Der Bär braucht jedoch sehr große unzerschnittene Räume um ungestört überleben zu können. Da es solche Gebiete bei uns nicht gibt, kommt es zu Problemen .Ob in Bayern( Bruno), Österreich(Chilka-gewildert) oder der Schweiz( M13), für Bären ist bei uns kein Platz. Sobald ein Bär erscheint, wird er auf Tritt und Schritt verfolgt und beobachtet und über kurz oder lang erfolgt eine Abschussgenehmigung. Der Bär hat bei uns keine Zukunft, ganz anders der Wolf. Langsam breitet sich dieses Rudeltier wieder aus. In der Lausitz leben inzwischen 15 Rudel Wölfe mit gut 100 Tieren.
Der Wolf (canis lupus lupus) ist etwa1mhoch, 1,80m lang und wiegt 30kg. Oft kommt es zu Verwechselung mit Hunden, da er auch von Experten aus der Ferne nicht klar von einem Hund zu unterscheiden ist. Der Wolf lebt und jagt im Rudel, welches aus einem Elternpaar und deren Nachkommen (Jährlinge und Welpen)besteht. Obwohl der Wolf sehr scheu ist und die Nähe zum Menschen meidet, braucht er keine „Wildnis“. Er frisst nicht nur Rehe, Hirsche, Füchse sondern auch leicht zu erreichende Nahrung wie Schafe und andere Haustiere oder auch Spagetti aus dem Abfall. Das Bundesamt für Naturschutz hat errechnet dass in Deutschland Platz für 440 Rudel Wölfe wäre. Der Widerstand gegen diese Besiedelung ist jedoch groß. Der Wolf hat einen schlechten Ruf. Es ist jedoch kein Fall bekannt , in dem Wölfe Menschen angegriffen haben.
Der Mythos des „Menschenfressers“ entstand wohl im 14. und 15. Jh., als durch Kriege, Seuchen und Hungersnöte umgekommene Menschen nur oberflächlich verscharrt wurden und Wölfe diese leicht zu erreichende Nahrung fraßen (wie es auch heute viele Wildtiere wie Füchse und andere Räuber, Vögel, Insekten etc. z.B. mit Mordopfern tun) Im Jahr werden über 1000000Schafe geschlachtet, Wölfe rissen vielleicht 300 Tiere. Die Jäger erlegen jährlich fast 4000000Tiere, die Beute der Wölfe ist ein Bruchteil dieser Menge und doch sehen die Jäger den Wolf als Konkurrenten. Die Almbauern sehen ihre Schafherden durch den Wolf bedroht. Schutzmaßnahmen, z.B. Hütehunde, Zusammenlegen der Kleinherden, mobile
Umzäunung, werden zwar diskutiert, aber leider nicht umgesetzt .Eine Pressenerklärung der Almwirtschaftlichen Vereins ist nur ein Beispiel für die Hatz mancher Gruppen gegen den Wolf –Vorrangiges Ziel des bayerischen Wolfsmanagment muss es sein, die Etablierung einer reproduzierenden Wolfspopulation im bayerischen Alpenraum zu verhindern. Nachdem es bereits seit dem Sommer 2010 Hinweise auf die Anwesenheit mehrerer Wölfe im Raum Bayrischzell gibt und mittlerweile im bayrisch-österreichischen Grenzgebiet drei Wölfe zweifelfrei nachgewiesen wurden, ist der sofortige Abschuss der Wölfe angezeigt. Es muss der Grundsatz gelten:“ wehret den Anfängen“, um eine nicht mehr beherrschbare Eskalation des Wolfsproblem zu verhindern.-
Glauben wir nicht an das Märchen vom bösen Wolf und lassen ihm ein Stück Platz zum Leben. Im Übungsplatz Grafenwöhr oder in Hohenfels findet der Wolf in unserer Region geeignete Reviere.
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Als dritten großen Beutegreifer stellte Herr Hierneis den Luchs vor. Der Luchs(Lynx lynx) ist ein Einzelgänger und lebt in wild-und deckungsreichen Gebieten. Kleine bis mittelgroße Huftierarten, Mäuse, Hasen, Füchse oder Vögel stehen auf seinem Speiseplan. Aber auch unvorsichtige Hauskatzen werden geschlagen. Der Luchs lauert seine Beute nachts auf. Die Reviergröße schwankt zwischen 50 und 400 qkm. Im bayerischen Wald ist der Luchs inzwischen regelmäßig nachgewiesen.
Doch auch dieser Beutegreifer wird von den Jägern nicht geliebt, sondern als Konkurrent bekämpft. Unbekannte Menschen schrecken auch nicht vor drastischen Mitteln zurück. In einem Fall wurde ein mit Gift präparierter Rehkadaver ausgelegt, in einem anderen Fall wurde eine mit drei Jungen trächtige Luchsin erschossen. Leider wurden die Täter nicht ermittelt.
Eine Lösung für die Zukunft könnten Managmentpläne sein, unter Einbeziehung aller betroffenen Gruppen. Wichtig sind für die Betroffenen Ausgleichzahlungen für Schäden an Haus- und Gehegetieren. In einer Trägergemeinschaft haben sich BN, LBV und BJV zusammengeschlossen und im Jahr 2009 einen Ausgleichsfond von 30000 Euro für zunächst5 Jahre gegründet. 85% davon bezahlt der bayerische Naturschutzfond, jeweils 5% die genannten Verbände. Seit 2013 ist auch der WWF dabei, der Naturschutzfond bezahlt jetzt 80%.Ziel muss es sein, eine natürliche Etablierung von Wolf- und Luchspopulation zuzulassen. Aufgabe des Managment ist es, ein möglichst konfliktfreies Miteinander von Mensch und Tier zu erreichen.
Zu guter Letzt: Die Natur versteht gar keinen Spaß. Sie ist immer wahr, immer ernst, immer strenge, sie hat immer recht, und die Fehler und Irrtümer sind immer des Menschen.( Goethe)

 

18.10.2013 - Zeitungsartikel: "Es warten noch viele Aufgaben"

SRZ - 18.10.2013

15.10.2013 - Zeitungsartikel: "Wunsch: Mehr Naturschutzgebiete"

SRZ - 15.10.2013 

12.10.2013 - Zeitungsartikel: BN-Chronik

SRZ - 12./13.10.2013

24.03.2013-Im Urwald bei Auerbach

Gemeinsame Exkursion von BN und Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten

Naturwaldreservate sind aus Sicht des Waldnaturschutzes die Fettaugen in der Suppe der Wirtschaftswälder.“ So brachte Revierförster Volker Binner die Bedeutung von Naturwaldreservaten bei einer Führung in das Naturwaldreservat Mannsberg bei Auerbach auf Einladung der BUND Naturschutz Kreisgruppe Amberg-Sulzbach am Sonntag vor Ostern auf den Punkt. Trotz Minustemperaturen und eines eisigen Windes hatten sich mehr als 40 Personen eingefunden und wurden mit einer unterhaltsamen und informativen Exkursion belohnt.

Bayernweit gibt es mehr als 160 Naturwaldreservate mit einer durchschnittlichen Flächengröße von 44 Hektar. Als Naturwaldreservat werden größere Waldgebiete ausgewiesen, in denen die Entnahme von Holz und sonstige forstwirtschaftliche Nutzungen untersagt sind. Weiterhin möglich sind Eingriffe zur Verkehrssicherung von Wegen u.Ä. sowie zum Schutz der umliegenden Wälder z.B. vor Fichten-Borkenkäfern. Ein Naturwaldreservat wird somit im Wesentlichen der natürlichen Entwicklung überlassen. Im Idealfall entstehen nach längerer Zeit wieder urwaldähnliche Strukturen. Kennzeichen von Naturwaldreservaten sind häufig eine naturnahe Baumartenzusammensetzung sowie hohe Anteile von Totholz und alten Bäumen. Ziel der Ausweisung von Naturwaldreservaten ist die Erhaltung der biologischen Vielfalt in Wäldern. In den naturnahen Strukturen fühlen sich viele Tiere und Pflanzen heimisch, die in bewirtschafteten Wäldern ohne Nischen wie Spechthöhlen oder Totholz selten geworden sind. Zweites Ziel ist die Forschung: Es sollen möglichst alle in Bayern vorkommenden natürlichen Waldgesellschaften und ihre Standorte repräsentiert werden, um deren natürliche Entwicklung zu erforschen und Erkenntnisse und Strategien für die naturnahe Forstwirtschaft im Zeichen des Klimawandels zu gewinnen. Hierfür sind Naturwaldreservate hervorragende Freilandlaboratorien: Wie sonst nirgends lassen sich in NWR die Einflüsse des Klimawandels auf die natürlichen Konkurrenzverhältnisse zwischen den Baumarten beobachten. Weitere Zielsetzung ist die Umweltbildung z.B. im Rahmen von Führungen oder als „Grünes Klassenzimmer“. .

Das Naturwaldreservat Mannsberg ist das einzige Naturwaldreservat im Landkreis Amberg-Sulzbach. Volker Binner, zuständig für die Privat- und Kommunalwaldberatung im Revier Sulzbach-Rosenberg am Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten Amberg, ging bei seiner Führung auf die besonderen Strukturen ein: Er erläuterte die Anpassungen unterschiedlicher Baumarten an unterschiedliche Standorte und wie sich in der Folge ein artenreicher Laubmischwald entwickelt. Von besonderer Bedeutung sind in einem Naturwaldreservate die teilweise oder ganz abgestorbenen Bäume, sogenannte Biotopbäume bzw. Totholz: Diese Lebensabschnitte eines Baumes kommen in bewirtschafteten Wäldern nur selten vor, gehören aber natürlicherweise zum Leben eines jeden Baumes, so dass es entsprechend viele Tier- und Pflanzenarten gibt, die auf diese Zerfallsstadien angewiesen, heute aber selten geworden sind. So konnte Binner am Mannsberg u.a. Pilzkonsolen des Zunderschwamms zeigen und auf ihr „auffallendes Zusammentreffen“ mit Spechthöhlen verweisen. Spechte bevorzugen dabei das schon von Pilzen angemorschte, weichere Holz. Ein besonderer Höhepunkt war eine Höhle des größten einheimischen Spechtes, des Schwarzspechtes. Dieser baut nur alle 5-7 Jahr eine neue Höhle. Bei Reviergrößen von rund 300Hektar ist es also eine echte Rarität, wenn sich Waldbesitzer über eine Buche mit Schwarzspechthöhle freuen können.


Volker Binner wies darauf hin, dass auf einfache Art und Weise die positiven Effekte eines Naturwaldreservates für den Waldnaturschutz auch in bewirtschafteten Wälder erreicht werden können: „Zu diesen Maßnahmen können für einen Waldbesitzer gehören, hier und da einen abgestorbenen Baum stehen oder einen Baum über die Erntereife hinaus alt werden zu lassen, so wie dies vieler Orts bereits praktiziert wird. Um diese Leistung der Waldbesitzer zu honorieren gibt es Fördergelder vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Auf diese Weise werden die großen Fettaugen der Naturwaldreservate in der Suppe des Wirtschaftswaldes durch viele kleine Fetttröpfchen in Form von Kleinstrukturen untereinander vernetzt.“

Stefan Schäffer, 2. Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe stimmte dem grundsätzlich zu. Nach Ansicht des BN geschähe dies aber bisher noch viel zu selten. Zudem sei die Erhaltung der biologischen Vielfalt ein generationenübergreifendes Anliegen, die man nicht allein der Abhängigkeit von Holzmarktpreisen oder wechselnden Waldbesitzern mit unterschiedlichen Einstellungen überlassen könne: „Der BN sieht es deshalb als notwendig an, dass die in die Bewirtschaftung integrierten Maßnahmen durch die Ausweisung zusätzlicher nutzungsfreier Waldgebiete auf einer gesetzlich gesicherten Basis ergänzt werden. Dies kann geschehen, indem für Naturwaldreservate eine durchschnittliche Flächengröße von 100 Hektar angepeilt wird und weitere Nationalparke wie beispielsweise im Steigerwald ausgewiesen werden. Dies entspricht im Übrigen auch der Zielsetzung der Bundesregierung, die sich 2007 in der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt das Ziel gesetzt hat, bis 2020 5% der Wälder als Wildnisgebiete auszuweisen. Bisher haben wir weniger als 2%.“

Fleißige Sammler bei der Haus- und Straßensammlung des BUND Naturschutz

Bei der Haus- und Straßensammlung des BUND Naturschutz (BN) vom 11. - 17.3.2013 beteiligten sich auch heuer wieder zahlreiche Schulen aus unserem Landkreis.

Die beiden Kreisgruppengeschäftsführer Horst Schwemmer und Stefan Schäffer besuchten die teilnehmenden Schulen und bedankten sich  mit sozial und ökologisch hergestellten Geschenken herzlich bei den fleißigen Sammlern und Sammlerinnen sowie bei den Lehrkräften.

Um den Kindern die Bedeutung ihres Sammelengagements zu verdeutlichen, stellten die  Geschäftsführer kurz die Arbeit eines Naturschutzverbandes vor. „Mit der Haus- und Straßensammlung unterstützen die Schüler die Arbeit des BUND Naturschutz vor Ort und damit die Erhaltung der Natur und unserer Lebensgrundlagen“, so der Naturschützer. Die Geldbeträge, steckt der Naturschutzverband wieder direkt in seine Artenschutzmaßnahmen z.B. in die Betreuung der landkreisweit mehr als 5,6km Amphibienzäune im Frühjahr und in die Pflege der über 90ha Naturschutzflächen der Kreisgruppe im Landkreis.

Wir bedanken uns herzlich bei folgenden Schulen für ihr Engagement:

Pestalozzi-Grundschule und Jahnschule (beide Sulzbach-Rosenberg), Volksschule Rieden, Grundschule Kastl, Heinrich-Stromer-Grundschule Auerbach, Grundschule Edelsfeld, Grundschule Königstein-Eschenfelden, Grundschule Hirschau, Grundschule Illschwang, Lauterachtal-Grundschule Hohenburg

 

10.12.12-Donauausbau: BN-Kreisgruppe begegnet Seehofer

 Zur Informationsfahrt des Ministerpräsidenten reiste der Bund Naturschutz Amberg-Sulzbach an die Donau

10.12.12. Deggendorf/Niederalteich. Bei einer Schifffahrt von Straubing nach Vilshofen informierte sich der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer über den geplanten Donau-Ausbau. Bei zwei „Bürgerbegegnungen“ erwarteten den Ministerpräsidenten in Deggendorf circa 400 und in Niederalteich circa 600 Bürger, die sich für den Schutz der frei fließenden Donau vor einer Staustufenkanalisierung einsetzten. Mit angereist waren auch Vertreter der Bund Naturschutz Kreisgruppe Amberg-Sulzbach.

Bei einer Schifffahrt von Straubing nach Vilshofen informierte sich der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer über den aktuellen Stand zum geplanten Ausbau der niederbayerischen Donau. Begleitet wurde er von Umweltminister Marcel Huber (CSU), Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) und Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (CSU). Mit dabei waren außerdem Kommunalpolitiker sowie Vertreter verschiedener Ministerien, Behörden und Verbänden, unter Anderen der BN-Vorsitzende Prof. Dr. Hubert Weiger.

Seehofer bezeichnete die Frage des Donau-Ausbaus – mit Staustufe oder Natur schonenderen Mitteln – als eine Generationenentscheidung, da man einen Ausbau der Donau nicht in einigen Jahren rückgängig machen könne. Er selbst sei „ergebnisoffen“ an die Donau gekommen und strebe eine „zeitnahe Entscheidung“ an. Am Dienstag wolle er das Kabinett informieren und dann einen Zeitplan für die Entscheidung abstimmen.

Landwirtschaftsminister Brunner erklärte, es sei denkbar, zunächst die ersten 50 Kilometer von Straubing nach Niederalteich für den Hochwasserschutz auszubauen und über den strittigen Bereich an der Mühlhamer Schleife erst später zu entscheiden.

Umweltminister Huber hatte sich bereits im Oktober gegen die Staustufenvariante ausgesprochen, weil dieser Ausbau „einen so massiven Eingriff in die Natur und Verschlechterungen für diesen Flussabschnitt zur Folge hätte, dass meine Konsequenz daraus ist: Die sogenannte Ausbauvariante C280 mit dem Seitenkanal und der Staustufe an der Mühlhamer Schleife ist keine Option für mich“, wie Huber in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärte.

Der BN-Vorsitzende Hubert Weiger stellte bei der Donauschifffahrt klar: "Wir sagen Ja zur Variante A als Kompromiss. Damit könnten mehr Güter transportiert werden, ohne die Charakteristik der Donau zu zerstören."

An der Donau zwischen Straubing und Vilshofen fließt Bayerns großer Strom noch frei, ohne Staustufen und Kanalwände. Nach dem Willen der bayerischen Staatsregierung soll die Donau künftig für die Schifffahrt ausgebaut werden. Die Schicksalsfrage lautet: Kanalisierung mit Staustufen („Variante C280“) oder Natur schonender Ausbau („Variante A“). Staustufen würden die Donau und ihre einzigartigen Auwälder völlig zerstören.

Weitere Informationen erhalten Sie auf den Seiten:

www.bund-naturschutz.de/brennpunkte/donau/index.html

www.bn-deggendorf.de/

 

15.10.2012-Wie geht es weiter in der EU-Agrarpolitik?

Die Vorschläge der EU Kommission zur Neuordnung der Agrarpolitik gehen in den nächsten Wochen im Europaparlament in die entscheidende Diskussionsphase. Die anstehenden Reformen haben nicht nur Auswirkungen auf die Landwirtschaft und die Landwirte als Produzenten sondern auch auf alle Bürgerinnen und Bürger als direkt Betroffene. Denn bei der Neugestaltung der Agrarpolitik geht es auch um mehr Umwelt- und Naturschutz in der Landwirtschaft, um eine Lebensmittelerzeugung, die Tierschutz, fairen Handel oder Gentechnikfreiheit garantiert, und um die Erhaltung einer naturverträglichen bäuerlichen Landwirtschaft.

Zu diesem Themen diskutierten auf Einladung des Bundes Naturschutz Herr Franz Kustner (Bezirkspräsident des Bayrischen Bauernverbandes), Herr Friedrich Wienert (Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Milchviehhalter), Frau Maria Noichl (SPD-Landtagsabgeordnete und Mitglied im Landwirtschaftsausschuss) sowie Frau Marion Ruppaner die Landwirtschaftsreferentin des BN und die zahlreichen Besucher der Veranstaltung.

Hintergrund der Diskussion über eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik seien auch die angekündigten 60 Milliarden Euro, welche auf die Mitgliedstaaten verteilt werden sollen und  somit die Aus- und Zielrichtung der landwirtschaftlichen Produktion beeinflussen.

Die bisherige Förderung der Landwirtschaft habe dazu geführt, dass in den letzten 30 bis 40 Jahren in Bayern rund ein Drittel aller Bauernhöfe den Betrieb eingestellt hätten, kritisierte die Landwirtschaftsreferentin des BN Marion Ruppaner. So erhielten in der Bundesrepublik zwei Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe zwei Milliarden Euro und 98 Prozent 1,5 Milliarden Euro Fördergelder, mit der Folge einer weiteren Industrialisierung und einem dramatischen Bauernsterben.

Mit der Neuausrichtung der Agrarpolitik sollte dieser Entwicklung entgegengesteuert werden. Die Gesellschaft brauche auf der einen Seite nicht noch mehr landwirtschaftliche Produkte, sondern qualitativ gesunde Lebensmittel, für die der Erzeuger auch den entsprechenden Preis bekomme. Deshalb sollte auch der Einsatz von Antibiotika bei der Tierhaltung entscheidend zurückgefahren werden, forderte Ruppaner.

Es gäbe bis heute keine genauen Zahlen darüber, in welchen Bereichen, ob Landwirtschaft oder im privaten Bereich, wie viel Antibiotika eingesetzt werden, gab der Bezirkspräsident des Bauernverbandes Franz Kustner zu bedenken. Deshalb lehne er eine pauschale Verurteilung der Landwirtschaft ab. Auch sei eine weitere Verschärfung des Tierschutzes bei der Tierhaltung nicht akzeptabel, da sie in erster Linie die bäuerlichen Betriebe treffe. Mit der Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik sollten Bedingungen geschaffen werden, mit der die bäuerlichen Betriebe wirtschaftlich leben können.

Bevor man sich um die Verteilung der Fördergelder Gedanken mache, sollte erstmal über die Ziele entschieden werden. Dies seien für die SPD eine Produktion von gesunden Lebensmitteln, bei der der Erzeuger einen Preis erziele, den die landwirtschaftlichen Produkte auch wert seien. Außerdem müsse das Höfesterben aufhören, betonte das Mitglied des bayerischen Landwirtschaftsausschusses MdL Maria Noichl.

Auch sollte die Tätigkeit der Landwirte für die Kulturlandschaft als öffentliche Aufgabe entsprechend honoriert werden. Unabhängig, wie beispielsweise der Bund Naturschutz und der Bayerische Bauernverband in einzelnen Fragen denken, sollte der Grundsatz "Landwirte und Naturschützer Schulter an Schulter" beherzigt werden, denn ansonsten bestehe kaum eine Chance, die eigenen Forderungen durchzusetzen, lautete der Ratschlag der Abgeordneten.

Damit die bäuerliche Landwirtschaft überhaupt existieren könne, sei eine Marktordnung unumgänglich, sprach sich der Landesvorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter Friedrich Wienert aus. Positives Beispiel sei die Wein- und Zuckerrohrproduktion und abschreckendes Beispiel die Milch, bei der die bayerischen Milchbauern weltweit ohne Schutz konkurrieren müssen.

(Quelle: SZ 17.10.12;Netzcode: 3429569)

13.07.12- Ein Mosaikstein ist gesetzt

"100 Äcker für die Vielfalt" sollen wilde Feldkräuter schützen - Ein Acker liegt im Landkreis

Zur langfristigen Sicherung des Lebensraums für bedrohte Feldwildkräuter sollen in Deutschland "100 Äcker für die Vielfalt" entstehen. Einer davon ist in der Nähe von Adertshausen im Lauterachtal, direkt an der Auffahrt zum Gewerbepark Hohenburg, angesiedelt. Das Grundstück wurde jetzt offiziell als "Acker der Vielfalt" beurkundet.

Damit wird es im Sinne einer Kartierung in ein bundesweites Schutzgebietsnetz für Ackerwildkräuter aufgenommen. Die entsprechende Urkunde überreichte der Regionalkoordinator für Bayern, Bernd Blümlein, im Beisein von Landrat Richard Reisinger und Bürgermeistervertreter Manfred Braun (Hohenburg) an den Bewirtschafter Dr. Uli Spreitzer aus Adertshausen und den Kreisvorsitzenden im Bund Naturschutz, Peter Zahn.

Blümlein vom Deutschen Verband für Landespflege stellte einen gravierenden Rückgang der Ackerwildkräuter durch die intensive Flächenbewirtschaftung dar. „Etwa die Hälfte“ von ihnen stünden mittlerweile auf der Roten Liste mindestens eines Bundeslandes in Deutschland. „Wo immer möglich“, sollten bestehende Bestände deshalb erhalten und gefördert werden. Positiv für das Vorkommen der Wildkräuter seien eine regelmäßige Bodenbearbeitung und der Verzicht auf Pestizide und Düngung.

Im Bereich Adertshausen werde diese Ackerfläche seit 1996 ökologisch und mit Naturschutzauflagen und mit sichtbarem Erfolg für den Erhalt der Ackerwildkräuter bewirtschaftet, führte Richard Lehmeier vom Landschaftspflegeverband Amberg-Sulzbach bei einer Begehung der Flächen aus. In Bayern wurden bisher als „Äcker der Vielfalt“ 20 Flächen ausgezeichnet. Insgesamt könnten landesweit rund ein Viertel aller angestrebten 100 Flächen beigesteuert werden, zeigten sich Fahcleute überzeugt.

„Ein Hinweis, dass man in Bayern beim Schutz der Ackerwildkräuter auf dem richtigen Weg ist“, so Blümlein. Kriterien für eine Ausweisung als Acker der Vielfalt sei das wertvolle Armutspotenzial und die langfristige Sicherung der Flächen für den Naturschutz.

Auch Landrat Richard Reisinger schwärmte von der vorgefundenen Artenvielfalt. „Wir dürfen das Gebiet des Truppenübungsplatzes Hohenfels als ausgewiesene Biotopfläche nicht unterschätzen“, betonte er auch im Hinblick auf die seltene Fledermausart Hufeisennase, deren Population stetig leicht wachse. Richard Lehmeier verwies auf etwa 40 bis 50 Ackerwildkräuter, die in der Region nachgewiesen seien. Der Leiter des Amtes für Landwirtschaft und Forsten, Willibald Götz , fügte an , dass trotz der momentan knapp 30 Biogasanlagen im Landkreis der Maisanbau (etwa 20 Prozent aller Ackerflächen) leicht zurückgehe. Heuer seien es 196 Hektar weniger als im Vorjahr.

(Quelle: SZ 13.07.12, Netzcode 3320907)

26.03.2012-Erhaltet den Wert alter Bäume

Kreisgruppe des Bundes Naturschutz stellt Umgang mit dem Boden in den Mittelpunkt

Sulzbach-Rosenberg. (hka) "Taten statt Worte für die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen": Dieses Jahresmotto ihrer Dachorganisation hat sich auch die Kreisgruppe Amberg-Sulzbach im Bund Naturschutz (BN) zu eigen gemacht. Vorsitzender Peter Zahn berichtete in der Jahreshauptversammlung über Geleistetes und Geplantes. Um die "Spargel" ging es, als Peter Markert über geeignete Flächen, Voruntersuchungen und Planungen für Windkraftanlagen informierte-

Peter Zahn wies darauf hin, dass sich die Bedingungen im Natur- und Umweltschutz immer bedrohlicher entwickelten. Vieles, was unverständlich, erschreckend und bedrohlich ist, kam zur Sprache im Sportpark-Restaurant. Die Mitgliederzahl in der Kreisgruppe des BN konnte mit momentan 1787 Mitgliedern auf konstantem Niveau gehalten werden. Da bei den ehrenamtlich Tätigen die Naturschutzarbeit mit Beruf und Arbeitszeit unter einen Hut gebracht werden muss, sind zusätzliche Kräfte in der Gruppe sehr willkommen. In einer "Helferdatei", so Zahn, habe man Personen zusammengefasst, die bei kurzfristig angesagten Aktivitäten einspringen können.

Der Vorsitzende skizzierte eine Reihe von Schwerpunkt-Themen der Kreisgruppenarbeit. Flächenverbrauch in der Landwirtschaft durch Straßenbau und Siedlungsflächen beschäftigte den BN, Gentechnik, die EG-Agrarpolitik, die Energiewende und die Umweltbildung. Lokale Maßnahmen waren unter anderem rund sechs Kilometer Rückhaltezäune zum Schutz der Amphibien entlang der Straßen. 8500 Kröten, Grasfröschen, Teich- und Bergmolchen wurde dadurch das Leben gerettet. Die Hornissen-Einsätze, so Zahn, seien rückläufig. Da die Zahl dieser Insekten steige, könne an Lockerung der strengen Schutzmaßnahmen gedacht werden.


Der Unterhalt der Weiher des BN, die Biotoppflege, die Sorge um Biber und Fledermäuse waren weitere Aufgaben des vergangenen Jahres. Darüber hinaus gab der BN zu 31 geplanten Vorhaben Stellungsnahmen in Naturschutzbelangen ab. Die Haus- und Straßensammlung mit einem Ergebnis von 10 500 Euro wertete Peter Zahn als sehr erfolgreich.

Ein Schwerpunkt der künftigen Arbeit in der BN-Kreisgruppe wird der sorgsame Umgang mit dem Boden sein. "Die Bayerische Verfassung und das Baugesetz verpflichten dazu, tatsächlich aber nimmt niemand das Flächensparen ernst", kritisierte der Vorsitzende. Der Straßenbau gehe ungebremst weiter, gegen Argumente wie "Ohne Gewerbeflächen keine Arbeitsplätze" oder "Die Leute wollen ihr eigenes Heim mit Garten haben" komme man nicht an. Der Bauernverband habe eine Aktion "Stopp dem Landfraß" initiiert, sei aber im Ernstfall keine Unterstützung. Mit erschreckenden Bildern prangerte Peter Zahn Baumfällaktionen im Landkreis an. Ob für die Verbreiterung der Bundesstraße 85, den geplanten Norma-Neubau, ob an der Kehl-Kapelle oder am Erlbach, Bäume würden gefällt nach genehmigten Vorhaben oder weil sie Schmutz machen. Oft bleibe nur die Bewusstseinsbildung und der öffentliche Appell "Erhaltet den Wert alter Bäume". Zahn forderte "Taten statt Worte".

Die Finanzen der Kreisgruppe des BN dagegen sind in Ordnung. Schatzmeister Matthias Ruoff sprach die Hoffnung auf weitere Zuschüsse und ein gutes Ergebnis der Haus- und Straßensammlung aus.

Ein Forum für ihr besonderes Anliegen bekam Freya Zobel von der Interessengemeinschaft Ortsumgehung Kümmersbruck. Sie schilderte das jahrelange Bemühen, mit sanften Vorschlägen den Verkehrsfluss umzuleiten und das traurige Ergebnis, dass ein Waldgebiet und Wiesental durch Straße und Regenrückhaltebecken zerstört werden sollten.

(Quelle: SZ 26.03.2012 Netzcode: 3188825)

24.02.12- Abholzaktion ein "Naturfrevel"

Bund Naturschutz erstattet Anzeige nach Rodung bei Kehlkapelle und schaltet Landrat Reisinger ein

Amberg-Sulzbach. (ben) Beim Bund Naturschutz (BN) schrillen die Alarmglocken: Kreissprecher Peter Zahn (Sulzbach-Rosenberg) wettert und verurteilt "diesen Naturfrevel aufs Schärfste". Den Grund für diese Einschätzung liefert eine Abholzaktion, der in den vergangenen Tagen etwa 25 Großbäume in der Nähe der Kehlkapelle bei Höhengau - oberhalb von Ursulapoppenricht - zum Opfer gefallen sind. Der BN sieht darin die widerrechtliche Beseitigung eines Hangschluchtwaldes. Er erstattet Anzeige und schaltet Landrat Richard Reisinger ein.

In einem Brief an den Landrat erinnert Zahn daran, dass bereits im Frühjahr 2009 in diesem Landschaftsteil "wertvollste Feldahornbestände abgeholzt" worden waren. Zuordnungsprobleme seien damals unter anderem ausschlaggebend dafür gewesen, dass eine Anzeige des BN nicht weiter verfolgt wurde. Die Kreisgruppe Amberg-Sulzbach habe dies damals akzeptiert, weil ihr die Zusage gegeben wurde, dass die untere Naturschutzbehörde künftig vor "derartigen Waldumbaumaßnahmen" eingeschaltet werde.


Dies sei nun nicht erfolgt - im Gegenteil: Die neuerlichen Fällungen seien unmittelbar neben der ersten Eingriffsfläche erfolgt, klagt Zahn in seinem Schreiben und fährt fort: Das rücksichtslose Beseitigen bedeutender alter Waldbestände geht einfach weiter, als niemals Einwendungen dagegen erhoben und Zusagen gemacht wurden. Ein Innehalten findet nicht statt. Der BN kritisiert diesen Naturfrevel aufs Schärfste."


Zahn, so lässt er Reisinger wissen, werde Anzeige wegen eines Verstoßes nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz erstatten, denn: "Die beseitigten Waldbestände hatten eine besondere Bedeutung als Biotope; sie waren gesetzlich geschützt." Der Verursacher sei zu verpflichten, die erheblichen und nachhaltigen Beeinträchtigungen des Naturhaushalts und des Landschaftsbildes auszugleichen, so die Forderung des BN.

Ferner hätten die zuständigen Behörden ein verbindliches Entwicklungskonzept für den Erhalt eines standortgerechten, natürlichen Hangwaldes festzulegen. Damit nicht weiter wertvollste Baumbestände einfach als Brennholz verheizt würden, sei das Gebiet als "Geschützter Landschaftsbestandteil" auszuweisen. Die Besitzer der Flächen seien über alle bestehenden Fördermöglichkeiten zu informieren, so Zahn.

(Quelle: SRZ 24.02.12, Netzcode3153017)

11.02.2012-"Umdenken statt Lippenbekenntnisse"

Peter Zahn vom Bund Naturschutz hofft im "Jahr der biologischen Vielfalt" auf Verbesserungen

Peter Zahn:. Sulzbach-Rosenberg. "Auf dem Sektor Umwelt- und Naturschutz bewegen wir uns noch lange nicht auf einer Insel der Glückseligen." Diese Umschreibung trifft den Grundtenor der Ausführungen von Bund-Naturschutz-Kreischef Peter Zahn, der gegenüber unserer Zeitung die aktuelle Situation beleuchtete. Neben vielen kleinen Fortschritten, kämpfen die Naturschützer weiterhin an vielen Fronten, um für Menschen, Tiere und Pflanzen gesicherte Lebensbedingungen zu schaffen.

SRZ: Herr Zahn, ein arbeitsreiches Jahr liegt hinter Ihnen. Was waren denn die Schwerpunkte?

Peter Zahn: Ein Hauptaugenmerk lag bei der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe auf dem Amphibienschutz. Es wurden fünf Kilometer Krötenzäune betreut sowie zwei Kilometer neu angelegt. Außerdem konnten Laichgewässer optimiert und drei Biotope neu geschaffen werden.

SRZ: Waren Sie hier ganz auf sich gestellt?

Peter Zahn: Neben unserem Eigenanteil durch Geld und aktive Mitglieder kam auch Hilfe vom Staatlichen Bauamt mit Mitteln aus der Landschaftspflege und vom Tiefbauamt des Landkreises. Dafür danken wir natürlich ganz besonders. Irgendwo aber auch selbstverständlich, da der Naturschutz ja generell eine staatliche Aufgabe wäre.

SRZ: Gab es weitere Aktivitäten?

Ja, die Palette reichte hier von der Orchideen-Kartierung und verschiedenen Landschaftspflegemaßnahmen bis hin zu fachlichen Stellungnahmen. Auch die wichtige Haus- und Straßensammlung gehörte zum Jahresprogramm des Bundes Naturschutz.

SRZ: Welche Aufgaben rücken im laufenden Jahr in den Fokus?

Peter Zahn: Im "Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt" oder "Biodiversität" ist es natürlich ein großes Anliegen, auf den latent vorhandenen Artenschwund hinzuweisen. Um für Artenvielfalt zu sorgen, wäre eine blühende Landschaft ein wichtiger Schritt. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, eine "Regionalinitiative Pro Blumenwiese" ins Leben zu rufen.

SRZ: Was ist dabei konkret geplant?

Peter Zahn: Zusammen mit Landwirten, Naturschützern, Gärtnern, Imkern, Wissenschaftlern, Landschaftsplanern, Behörden und Kommunen sollen Möglichkeiten ausgelotet werden, um Blühflächen im Landkreis zu schaffen. Davon werden Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele weitere Insekten profitieren. Sie sorgen durch ihre Bestäubung für die Vielfalt von Tieren und Pflanzen. Die blühende Landschaft ist quasi der Motor allen Lebens. Das erste Treffen ist übrigens am 5. März um 10 Uhr im LCC anberaumt.

SRZ: Wo drückt der Schuh eigentlich noch besonders stark?

Peter Zahn: Wir haben immer noch mit einem immensen Flächenverbrauch zu kämpfen. Flächen, die der Natur durch Versiegelung oder Falschnutzung verloren gehen. Die Nutzung regenerativer Energiequellen muss weiter ausgebaut werden, um dem Klimawandel zu begegnen. Oft sind hier nur Lippenbekenntnisse zu hören, ein konkretes Umdenken bleibt aber meist aus.

SRZ: Können Sie dafür ein Beispiel nennen?

Peter Zahn: Nehmen wir einmal die erneuerbaren Energien: Jeder will sie, aber niemand will Energie einsparen. Auch die Wasserrahmenrichtlinie spielt für viele keine Rolle. Gewässer werden weiter über Gebühr belastet. Die Dramatik wird insgesamt nicht erkannt, es folgen keine Aktionen.

SRZ: Was empfehlen Sie den Verantwortlichen?

Peter Zahn: Es muss zu einer Bewusstseinsveränderung in den Köpfen der Bürgermeister, Landwirte, Planer und Parlamente kommen. Konkret heißt das: Energie- und Flächenverbrauch reduzieren, Luft, Wasser und Boden schützen, Schutzgebiete ausweisen, negative Verkehrseffekte dauerhaft verhindern sowie wirksamen Arten- und Biotopschutz fördern.



(Quelle: SZ 11.02.2010,  Netzcode: 2191623 )

27.01.2012- "Windkraft in Bayern ausbauen"

BN-Energiereferent Dr. Herbert Barthel über richtige Wege zur Wende in der Energiepolitik

Wie können wir unseren Stromverbrauch decken, wenn 2022 das letzte Atomkraftwerk vom Netz geht? Wie können wir unsere Klimaschutzziele trotzdem erreichen? Droht eine völlige "Verspargelung" mit Windrädern auf allen Hügeln? Können wir in wenigen Jahren nur noch in Maisplantagen zur Bioenergieerzeugung unsere Spaziergänge machen? Diesen Fragen ging Herbert Barthel in seinem Vortrag beim Bund Naturschutz nach.

Im Energiekonzept "Energie Innovativ", das die Bayerische Staatsregierung im Mai 2011 beschlossen habe, seien vor allem konkrete Investitionsvorhaben zum Ausbau von Gas- und Dampfkraftwerken, der Wasserkraft und der Biomasse beschrieben. Erst in elf Jahren solle das letzte Atomkraftwerk in Bayern abgeschaltet werden.

"Der wichtigste Schritt für einen sofortigen Atomausstieg und in Richtung Klimaschutz, mit Energievollversorgung aus Erneuerbaren Energien, ist jedoch die Reduktion des Verbrauchs von Strom, Wärme und Treibstoffen im Verkehr", unterstrich Dr. Herbert Barthel vor einer stattlichen Gästeschar.


Für den Experten kristallisieren sich drei Schritte in die Zukunft hin zur Energiewende heraus: Energiesparen, Energieeffizienz sowie Erneuerbare Energien. Für Wärme im Haushalt, Gewerbe und Industrie würden in Bayern 40 Prozent der Energie eingesetzt. Im Bereich der privaten Haushalte ließen sich durch bessere Dämmung bis zu 90 Prozent der Heizenergie einsparen, so der Fachmann. Nach Ansicht des BN-Referenten müssen wir den Energieverbrauch in Bayern zeitnah um mehr als 20 Prozent, bis 2050 um mehr als 50 Prozent senken. Die Energiewende im Freistaat müsse intelligent und naturverträglich erfolgen. Sie müsse unsere Energieproduktion auch dezentral, kommunal und bürgernah machen.

Die Staatsregierung solle die Energie-Beratung der Kommunen angehen und die Bürger über Internetportale informieren. Der Bund Naturschutz fordere eine aktive, bürgernahe und unabhängige Energiesparberatung der Bewohner in allen Landkreisen Bayerns. Diese Beratung müsse kommunal verankert sein und Bevölkerung, Betrieb und Hauseigentümer müssen unabhängig von gewerblichen Interessen über technische Potenziale der Einsparung in ihren Objekten und über Fördermöglichkeiten informiert werden.

"Wichtigste Quelle für Strom aus Erneuerbaren Energien in Deutschland ist der Wind, denn Wind liefert pro Hektar Fläche zirka zwei- bis fünfmal soviel Strom wie Photovoltaik und über hundertmal soviel Strom wie Biomasse", so Barthel. Entsprechend beschreibe das Umweltbundesamt in einer Studie von 2010 die Stromproduktion mit Erneuerbaren Energien in 2050: 33 Prozent off-shore-Wind, 32 on-shore- Wind, 19 Sonne, neun Geothermie, vier Wasserkraft, zwei Prozent Abfallbiomasse.

Für Bayern heiße das als Ziel bei Stromproduktion und -verbrauch: 25 Prozent Stromsparen, 20 % Strom aus Wind, 25 Prozent Strom von der Sonne, zehn % Strom aus Geothermie, 15 Prozent Strom aus Wasserkraft, fünf % Strom aus Bioabfällen.

Herbert Barthel fordert für Bayern einen massiven Ausbau der Windkraft. Dabei müssen für ihn selbstverständlich alle Vorgaben und Richtlinien hinsichtlich Landschaftsbild, Wohnbebauung und Artenschutz eingehalten werden. Im Freistaat müssten bis zum Jahr 2050 zirka 2500 Windräder laufen, um die Energiewende zu schaffen. Das bedeute pro Landkreis eine Zahl von Windkraftanlagen zwischen 20 und 40 je nach Windhöffigkeit und Möglichkeit. Großflächiger Maisanbau zur Biomassegewinnung sei dagegen aus Gründen der Ineffektivität abzulehnen. "Mais ist ein Widerspruch zum Artenschutz in der Größenordnung, in der er auf den Äckern steht", so der Redner unmissverständlich.

Zur Verringerung der Energieverschwendung bei der Stromproduktion fordert der Bund Naturschutz auch klare Vorgaben für den Ausbau der Kraft-Wärmekopplung.

(Quelle: SZ 27.01.12, Netzcode 3119344)

21.01.2012 - Großdemonstration in Berlin

Bilder von der Großdemo in Berlin am 21.Januar 2012

Wir haben es satt!

 

Die Agrarindustrie verursacht Dioxinskandale, Gentechnik im Essen und Tierleid in Mega-Ställen. Sie verschärft Hungerkrisen, den Klimawandel und das Höfesterben. Zurück bleiben ausgeräumte Landstriche und Monokulturen. Das haben wir satt!


EU und Bundesregierung fördern die Agrarindustrie jedes Jahr mit Milliarden Euro an Subventionen. Jetzt ist die Chance, diese Politik zu ändern, so groß wie nie zuvor. Derzeit werden die entscheidenden Weichen für die Agrarpolitik bis 2020 gestellt. Bisher blockiert die Bundesregierung aber eine echte Reform.

Deshalb fordern wir von Bundeskanzlerin Merkel

  • Subventionen an soziale, ökologische und Tierschutz-Kriterien binden
  • Faire Regeln durchsetzen statt Agrarmärkte liberalisieren
  • Heimisches Futter statt Gentechnik-Soja fördern
  • Spekulationen mit Lebensmitteln beenden
  • Exportsubventionen stoppen
  • Der Fleischindustrie den Geldhahn abdrehen

Wir schätzen die tägliche Arbeit der Menschen auf den Bauernhöfen. Sie müssen im Zentrum einer Reform stehen. Daher gingen am 21. Januar 2012 Verbraucher, Tier- und Umweltschützer, Imker und Bauern gemeinsam auf die Straße.


Ökologisch, bäuerlich und gerecht

Das Demonstrations-Bündnis „Wir haben es satt" fordert dagegen eine ökologische, bäuerliche und global gerechte Agrarpolitik. Wir sagen

  • Ja zur bäuerlich-nachhaltigen Landwirtschaft
  • Ja zum Menschenrecht auf Nahrung
  • Ja zum Respekt vor den Tieren in der Landwirtschaft

Wir haben mit einer machtvollen Demonstration gezeigt, dass die Bevölkerung nicht auf Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporte setzt, sondern auf eine gentechnikfreie und bäuerliche Landwirtschaft in Deutschland, Europa und weltweit.

 

24.01.2012-Auch hiesiger Bund "hat es satt"

Naturschützer aus Amberg-Sulzbach marschieren auf Berliner Demo für neue Agrarpolitik mit

Amberg-Sulzbach. "Wir haben es satt": Unter diesem Motto demonstrierten am Samstag rund 23 000 Menschen in Berlin gegen Lebensmittelskandale, Gentechnik im Essen und "Tierquälerei in Megaställen". Sie forderten von der Kanzlerin und der Bundesregierung "eine bäuerliche, ökologische und zukunftsfähige Landwirtschaft". Mit dabei waren auch Teilnehmer aus der Kreisgruppe Amberg-Sulzbach des Bundes Naturschutz - samt Ortsschild und lautstarkem Auftritt.

Sie reihten sich ein in die Menge von Verbrauchern, Umwelt- und Tierschützern, Imkern, Bauern sowie entwicklungspolitischen Gruppen, die unter dem Schlagwort "Bauernhöfe statt Agrarindustrie" zum Kanzleramt zogen und eine Neuausrichtung der Landwirtschaftspolitik forderten. Die Demonstranten warfen der Bundesregierung vor, bei der Reform der EU-Agrarpolitik "vor allem Unterstützer und Steigbügelhalter für die Agrarindustrie zu sein, anstatt die Forderungen der Zivilgesellschaft durchzusetzen".

Die Zahlungen müssten an ökologische, soziale und Tierschutzkriterien gekoppelt und für Großbetriebe gedeckelt werden. Sämtliche Subventionen für den Agrarexport seien zu stoppen. Unter den zahlreichen Rednern der Protestaktion waren zum Beispiel die Nigerianerin Mariann Bassey, Sprecherin von Friends of the Earth, dem internationalen Dachverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland, die TV-Köchin, Gastronomin und Buchautorin Sarah Wiener, sowie der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder. Und auch der Bund-Vorsitzende von Bayern und Deutschland, Prof Dr. Hubert Weiger, sprach. "Wir haben kommenden Generationen gegenüber die Pflicht, Landwirtschaft so zu gestalten, dass unsere lebensnotwendigen Ökosysteme, die Fruchtbarkeit unserer Böden und unsere Wälder intakt bleiben - hier und überall in der Welt", sagte er, "solange aber die Agrarindustrie das Sagen hat, solange wird es Maiswüsten, Soja-Monokulturen und Palmölplantagen geben. Auch wenn damit der Lebensmittelanbau in Hungerländern verdrängt wird."

Solange die industrielle Losung herrsche, "mehr Dünger, Pestizide und Gentechnik für mehr Ertrag je Hektar", solange bleibe die Landwirtschaft einerseits abhängig vom Erdöl und andererseits ausgerichtet auf die Zahlungskräftigen, die sich Fleisch und Agrosprit leisten könnten, kritisierte Weiger.
Und weiter: "Damit leistet sie keinen Beitrag für die Bekämpfung des Hungers."

 

(Quelle: SZ 24.01.2012, Netzcode: 3115287)

30.03.2011-Öffentliche Gelder fürs Gemeinwohl

Lutz Ribbe stellt Kernforderungen zur EU-Agrarreform vor - Gegen industrielle Landwirtschaft

Sulzbach-Rosenberg. (oy) "Eine Reform der EU-Agrarpolitik ist dringend notwendig!" Dies machte Euronatur-Direktor Lutz Ribbe im Wulfen-Saal beim Bund Naturschutz unmissverständlich klar. Eine der Kernforderungen dafür ist eine Änderung bei den Agrarsubventionen. Die bisherigen Richtlinien aus Brüssel trieben die Industrialisierung der Landwirtschaft voran. Künftig sollten öffentliche Gelder nur noch für Gemeinwohl-Leistungen fließen.

Je höher die Umweltleistung der Betriebe sei, desto höher könnten die Direktzahlungen ausfallen. Agrarsubventionen müssten umverteilt werden, um Überproduktion abzubauen und die Mindeststandards für den Tier- und Umweltschutz spürbar anzuheben.

Unter dem Motto "Die EU-Agrarpolitik nach 2013 - hilft sie den bayerischen Bauern und der Umwelt" verwies Lutz Ribbe auf die Tatsache, dass gegenwärtig überwiegend Großbetriebe, die sowieso schon effizient arbeiten könnten, von den pauschalen Direktzahlungen profitierten. Besser sei dagegen, dass den umweltfreundlichsten Höfen das meiste Geld zustehe, da davon die Allgemeinheit, die ja auch die Steuergelder für die Subventionen liefere, profitiere.
Warum aber müsse sich die Agrarpolitik ändern? Nach Erkenntnissen der EU-Kommission sei "der Erhaltungszustand aller Lebensraumtypen, die mit der Landwirtschaft im Zusammenhang stehen, deutlich schlechter als der anderer Lebensraumtypen". Am stärksten seien Grasland und Feuchtgebiete betroffen. Ursachen hierfür seien die Umstellung auf eine intensive Landwirtschaft, die Aufgabe landwirtschaftlicher Flächen und schlechte Bodenbewirtschaftung.

Wie der Referent weiter anführte, habe EU-Agrarkommissar MacSharry bereits 1992 erklärt, dass mit den milliardenschweren Subventionen Bauern und Umwelt vernichtet werden. Seine Vorschläge lauteten: Umwelt erhalten und die ländlichen Räume entwickeln. Hierauf müssten alle Ziele ausgerichtet werden.

Gegenwärtig erarbeite die EU-Kommission Reformvorschläge, die von den Mitgliedsstaaten und dem Europaparlament diskutiert werden. EU-Landwirtschaftskommissar Dacian Ciolos will nun die Reform bis 2013 vorantreiben. Er hat sich die Förderung der ökologischen Landwirtschaft zum Ziel gesetzt.

Deshalb sollten seiner Meinung nach die EU-Agrarsubventionen stärker an die Einhaltung von Nachhaltigkeit, Umwelt- und Verbraucherschutz geknüpft werden. Die Höhe der Subventionen blieben gleich, die Verteilung laufe aber ausgewogener. Ciolos denke auch an eine Besserstellung von Landwirten, die für den lokalen und regionalen Markt produzieren, gegenüber Agrarfabriken.

Diesem Ansinnen hätten sich laut Ribbe die Agrar-Plattformverbände, darunter auch der Bund Naturschutz, angeschlossen. Bei Details der Subventionsfrage gebe es aber einige unterschiedliche Auffassungen und Zielrichtungen.

Bund Naturschutz-Kreisvorsitzender Peter Zahn merkte am Ende der Diskussion an, in allen Bereichen stets auf die Grenzen des Wachstums zu achten. Redebeiträge kamen auch vom SPD-Europaabgeordneten Ismail Ertug, der aus Straßburg und Brüssel berichtete, Leitendem Landwirtschaftsdirektor Willibald Götz sowie vom stellvertretenden BBV-Kreisobmann und Ökobauer Hans Meier.

(Quelle: SZ 30.03.2011, Netzcode 2742304)

20.04.2010-"Wald vor Wild" ernst nehmen

Wegen der hohen Verbissbelastung fordert der Bund Naturschutz mehr Abschüsse

„Wir sind uns gerade in Zeiten des Klimawandels mit vielen Waldbauern einig, dass überhöhte Rehwildbestände abgebaut werden müssen, damit naturnahe und zukunftsfähige Mischwälder begründet werden können", sagt Horst Schwemmer, der Kreisgeschäftsführer des Bundes Naturschutz (BN). Er reagiert damit auf das aktuelle Vegetationsgutachten, das im Landkreis in 11 von 16 Hegegemeinschaften die Verbissbelastung als zu hoch oder deutlich zu hoch bewertet. Die BN-Kreisgruppe fordert in einer Presseerklärung, "dass der gesetzlich verankerte Grundsatz Wald vor Wild auch in Amberg-Sulzbach konsequent umgesetzt werden muss".

Dieser Grundsatz bedeute, dass die Verjüngung aller heimischen Baumarten ohne besondere Schutzmaßnahmen durch eine Bejagung der Schalenwildbestände sicherzustellen sei. Der Wald genieße also mit seinen vielen verschiedenen Schutz- und Erholungsfunktionen und mit seiner Einkommensfunktion für die Waldbesitzer Vorrang vor einer einseitigen Hege des Rehwildes, die hohe Wildbestände zum Ziel habe. Laut BN sollte deshalb nur so viel Wild vorhanden sein, wie Wald und Natur vertragen. "Von diesem Zustand sind wir im Landkreis leider weit entfernt", bemängelt Schwemmer.
Auf großen Flächen gebe es immense Defizite in der Waldverjüngung, weil die Verbissbelastung zu hoch sei. Dies verursache Verluste bei der Artenvielfalt und bedeute finanzielle Verluste und Mehraufwendungen für die Waldbesitzer in einer Größenordnung von 20 bis 25 Euro pro Jahr für jeden Hektar Wald.


In vielen Wäldern im Landkreis gelinge es nur hinter Zäunen, naturnahe und stabile Mischwälder nachzuziehen, was den gesetzlichen Vorgaben widerspreche. Doch die Einzäunung und die Pflanzung kosteten zusammen etliche tausend Euro pro Hektar. "Wir bedauern, dass der Grundsatz Wald vor Wild und das Vegetationsgutachten vonseiten des BJV-Kreisgruppenchefs Manfred Rösch angegriffen werden", sagt Schwemmer. Der BN appelliere an die Jäger im Landkreis, sich ihrer Verantwortung zu stellen und die Vorgaben im Wald- und Jagdgesetz auch hier umzusetzen. An die zuständige Untere Jagdbehörde und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten appelliere er, den Grundsatz Wald vor Wild konsequenter als bisher umzusetzen. "Wir appellieren insbesondere an Landrat Richard Reisinger, sich für den Grundsatz Wald vor Wild einzusetzen und der Unteren Jagdbehörde für eine konsequente Umsetzung den Rücken zu stärken", formuliert es Schwemmer.
"Was wir in den letzten Wochen an Diskussionen für und wider die Jagd im Landkreis erleben, spiegelt letztendlich auch eine Art Generationenkonflikt und einen seit Jahrzehnten andauernden Glaubenskrieg wider", bemerkt der Geschäftsführer. "Denn in jedem Fall begreifen die Jüngeren - Jäger wie Waldbesitzer - dass die Zukunft eines Waldes, der sowohl ökonomischen wie ökologischen Anforderungen genügt, in einem angepasstem Wildbestand liegt."

(Quelle: SZ 20.04.2010, Netzcode: 2284192)

27.04.10- Ganz stark in Umweltbildung

Minister Söder zeichnet Bund Naturschutz aus

Die Auszeichnung "Dachmarke Umweltbildung" hat die Kreisgruppe des Bundes Naturschutz erhalten. Der bayerische Umweltminister Markus Söder verlieh dieses Qualitätssiegel am Samstag bei einer Veranstaltung zum 20-jährigen Bestehen der Umweltbildungsstation Würzburg. Es honoriert die kontinuierliche und langjährige Umweltbildungsarbeit der BN-Kreisgruppe

Söder überreichte die Auszeichnung dem BN-Kreisvorsitzenden Peter Zahn sowie dem Geschäftsführer Horst Schwemmer. In Würzburg erhielten 16 Organisationen das Siegel. Damit gibt es jetzt bayernweit insgesamt 116 Träger.

Die Kreisgeschäftsstelle des Bundes Naturschutz arbeitet im klassischen Umweltbildungsbereich. In ihrem Jahresprogramm will sie einer an Natur und Kultur interessierten Bevölkerung die direkte Erlebbarkeit ihrer Heimat ermöglichen. In den Jahren 2006 und 2008 bildete die Arbeit mit Senioren (Exkursionen und Vorträge) im Projekt "Natur für Senioren" einen Schwerpunkt.



14.03.2007 "Ich vermisse massive Proteste"

Amberg-Sulzbach. (gfr)

"Unsere Mitglieder sind unser Kapital", sagte der Vorsitzende der Kreisgruppe Amberg-Sulzbach im Bund Naturschutz, Peter Zahn, bei der gut besuchten Mitgliederversammlung in der Brauereigaststätte Kummert.

Dank gezielter Werbemaßnahmen sei es gelungen, den Mitgliederstand im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent auf 1822 anzuheben. Wichtig, so Zahn, sei auch die Verbindung zu Interessengemeinschaften, wenn es um Bauvorhaben oder Mobilfunk geht. Dann suche der BN auch Gespräche mit Politikern, Bio-Bauern und der Umweltstation im Kloster Ensdorf.

In weit über 1000 Arbeitsstunden wurden über 7000 Amphibien zu ihren Laichplätzen geleitet oder Hornissenbauten umgesetzt. Zu 14 Bauvorhaben gab der BN seine Stellungnahme ab, so bei der Ortsumgehung von Kümmersbruck, der Vilsverlegung nahe Schönlind, der Hochwasserfreilegung des Krumbachs, Gewerbegebieten in Sulzbach-Rosenberg und beim Ausbau der B 85.

Die Einnahmen aus den Haus- und Straßensammlungen konnten im Jahr 2005 um 32 Prozent gesteigert werden, sanken aber 2006 um 4,3 Prozent: daher sein dringender Appell an die Mitglieder, bei den Sammlungen vom 12. bis 18. März aktiv mitzuhelfen. Der momentane Boom nach Bio-Produkten führte zu Verträgen mit 22 Landwirten im Landkreis.

Bedenken hat der BN, so Peter Zahn, gegen die Entnahme von einer Million Kubikmeter Wasser pro Ar für den Landkreis Neumarkt aus dem Hallerbrunnen bei Kastl. Auswirkungen auf den Naturhaushalt würden hier hinten angestellt.

Kritik übte der Vorsitzende an Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer, der beim Neujahrsempfang das Ehrenamt heraushob, vor allem im Sport. Neben Bürgerverein, Feuerwehr und Burschenverein hätte es der Naturschutz auch verdient, erwähnt zu werden. "Oder hat der Naturschutz in Amberg einfach keinen Stellenwert?"

Peter Zahn bemängelte auch, dass der Flächenverbrauch für Bau- und Gewerbegebiete sowie Straßen immer mehr zunehme, man denke nur an die Ortsumgehungen Sulzbach-Nord, Amberg-Nord, Kümmersbruck-West, Vilsquerung südlich von Hahnbach sowie den Ausbau der B 299 und der B 85 mit überdimensionierten Brückenbauwerken und Dämmen. "Hier vermisse ich die massiven Proteste des Bauernverbands, da bei diesen Maßnahmen grundsätzlich landwirtschaftlich genutzte Flächen verloren gehen."

Der BN-Regionalreferent für die Oberpfalz, Helmut Schultheiß, bezeichnete die BN-Mitglieder als "Anwälte der Natur". Der BN sei kein "Nein-Sage-Verein", der BN zeige machbare Lösungen auf.

Zügig verliefen die Neuwahlen mit folgendem Ausgang: Vorsitzender Peter Zahn, Stellvertreterin Freya Zobel, Schatzmeister Matthias Ruoff, Schriftführerin Dora Maurischat, Delegierte: Markus Posset und Hartwig Dorsch, Beisitzer Hans-Jürgen Bumes, Margit Lautenschlager und Helga Pirner.

Netzcode: 10986705

13.03.2007 Für ein paar Kröten

Amberg-Sulzbach

Bund Naturschutz bittet bis 18. März um Spenden

Natur und Umweltschutz rücken in das Bewusstsein der Bevölkerung. Themen wie der Klimawandel oder Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft beherrschen die Medien. Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) möchte jetzt darauf hinwirken, dass es nicht bei
Absichtserklärungen aus Politik und Wirtschaft bleibt. Für seinen Einsatz sammelt Bayerns größter Natur- und Umweltschutzverband bei der noch bis 18. März laufenden Haus- und Straßensammlung.

"Wir setzen uns für den Erhalt der Lebensgrundlagen von Mensch, Tier und Pflanze ein. Umso mehr freut es uns, dass unsere Anliegen endlich ernst genommen werden", sagt Peter Zahn, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Amberg-Sulzbach. Und er betont: "Gerade jetzt ist es wichtig, Zeichen zu setzen zum Beispiel für eine gentechnikfreie Landwirtschaft oder erneuerbare Energien."

Der BN setzt auf finanzielle Unabhängigkeit. "Mitgliedsbeiträge und Spenden sind die Säule unserer erfolgreichen Aktivitäten", sagt Peter Rottner, Landesgeschäftsführer des BN. Einmal im Jahr sammeln daher Tausende von Ehrenamtlichen an der Haustüre und auf der Straße Spenden.

Spenden können auch direkt auf das Spendenkonto der Kreisgruppe Amberg-Sulzbach mit dem Vermerk "Naturschutz" eingezahlt werden. Bankverbindung: Sparkasse Amberg-Sulzbach; Bankleitzahl 752 500 00, Kontonummer 200 101 269.

Wer sich bei der Sammlung für den Bund Naturschutz selbst engagieren oder mehr über dessen Arbeit wissen möchte, erhält weitere Informationen über das Büro der Kreisgruppe (Telefon 09661/3427. Hier können sich auch alle melden, die gerne echte Kröten sammeln und retten möchten. Denn die Amphibiensaison hat gerade begonnen und die neun Zäune im Landkreis wurden diese Tage aufgebaut.

Netzcode: 10986260 / Amberger Zeitung

19.01.2007 Bund Naturschutz fordert drastische Energiesparmaßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel

Nürnberg

Abgedeckte Dächer, entwurzelte Bäume, zehntausende fest sitzende Pendler, eine lahm gelegte öffentliche Versorgung und Schäden in Millionenhöhe – so die Bilanz eines der schlimmsten und folgenreichsten Stürme der letzten Jahrzehnte. Dabei ist das Orkantief Kyrill beileibe kein singuläres Zufallsereignis, sondern nur der vorläufige dramatische Höhepunkt einer sich immer schneller aufschaukelnden Folge von noch nie da gewesenen Hitzeperioden, Stürmen und Hochwasserkatastrophen. „Was muss eigentlich noch passieren, damit Politiker und Gesellschaft merken, dass der vielfach immer noch geleugnete Klimawandel längst Realität geworden ist und jeder von uns damit rechnen muss, die Zeche für die trotz aller Warnungen praktizierte „Vogel-Strauß-Politik“ zahlen zu müssen“, so Prof. Dr. Hubert Weiger, Landesvorsitzender des Bundes Naturschutz in Bayern?

Wenn man sehe, wie die Infrastrukturen durch die Folgen des Klimawandels zusammenbrechen sei es völlig verantwortungslos, wenn schon die Forderung nach einem Tempolimit zur konkreten Verringerung der Kohlendioxidemissionen im Verkehrsbereich von SPD-Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee und Bundesumweltminister Sigmar Gabriel ebenso wie von der gesamten CSU-Spitze in Berlin und Bayern abgebügelt werde, so Weiger.

Der Bund Naturschutz fordert deshalb die verantwortlichen PolitikerInnen auf, sofort zu handeln und alle wirksamen Gegenmaßnahmen auf schnellstem Wege in die Praxis umzusetzen.

Dies bedeutet u. a.:

  • Tempolimit auf allen Autobahnen,
  • Besteuerung des Flugbenzins,
  • Einbeziehung der vom Flugverkehr verursachten Schadstoffe in den Emissionshandel,
  • Drastische Energieeinsparmaßnahmen bei allen öffentlichen Gebäuden,
  • Umfassende Förderprogramme und Steuererleichterungen für private Investoren in Maßnahmen zur Energieeinsparung und,
  • Wärmdämmung im privaten Gebäudebestand.


Rückfragen:
Richard Mergner, BN-Landesbeauftragter
Tel.: 0911-8187825

PM 006-07/LFGS

03.01.2007 Verbiss erhöht sich

Amberg-Sulzbach

Der Bund Naturschutz fordert höhere Abschusszahlen

Der Bund Naturschutz (BN) fordert von der Unteren Jagdbehörde und den Jägern höhere Abschusszahlen. Das aktuelle Vegetationsgutachten der Forstverwaltung belege, dass die Verbissschäden an jungen Waldbäumen durch Rehe und Hirsche auf ein erschreckend hohes Niveau gestiegen seien, argumentieren die Naturschützer. Auch im Landkreis Amberg-Sulzbach gelinge es nicht, die gesetzliche Vorgabe "Wald vor Wild" umzusetzen. Der Leittriebverbiss bei Laubholz habe sich im Landkreis von 26 auf 36 Prozent erhöht und liege damit weit über dem bayerischen Durchschnitt, der von 22 auf 28 Prozet angestiegen sei.

Bei den 16 Hegegemeinschaften im Landkreis sei nur in drei Fällen eine  Verbesserung der Verbisssituation zu erkennen. Bei einzelnen  Hegegemeinschaften habe sich der Leittriebverbiss sogar um den Faktor drei erhöht. Das Amt für Landwirtschaft und Forsten empfiehlt laut BN-Mitteilung, die Abschusszahlen zu erhöhen.

Die BN-Kreisgruppe hat nach Aussage ihres Vorsitzenden Peter Zahn im
Gemeindegebiet Hohenburg mehrere Flächen und pflege auch Waldflächen.
Dort finde ein Jugendaufwuchs kaum statt, da der Verbiss zu hoch sei.
Die massiven Schäden durch den Verbiss von jungen Waldbäumen durch Rehe
und Hirsche seien "für die Zukunft der Wälder alarmierend und zeigen,
dass der Grundsatz Wald vor Wild nur auf dem Papier steht", so der Bund
Naturschutz.

Netzcode: 10960885

 

20.11.2006 Nur teilweise zufrieden

München

Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) begrüßt die Ankündigung des bayerischen Agrar- und Forstministeriums, in den kommenden zwei Jahren 23 Millionen Euro in den Aufbau zukunftsträchtiger Wälder zu investieren. "Diese Entwicklung ist sehr positiv, entscheidend ist jedoch, wie die Umsetzung erfolgt", sagte BN-Vorsitzender Hubert Weiger in München. Eigentlich werde jedoch ein doppelt- bis dreifacher Betrag benötigt, um stark belastete Fichtenwälder in Mischwälder umzubauen. Wichtig sei die Ansiedlung von Buchen, die das ganze System stabilisierten.

Oberpfalznetz

 

15.11.2006 Bilder von Kröten und Blumen

Ensdorf
Geschäftsführer des Bundes Naturschutz zu Gast im Altenheim in Ensdorf

"Wir wollen Ihnen unsere Heimat näher bringen, ihre Schönheiten aufzeigen aber auch über ihre Gefährdung informieren", leitete Horst Schwemmer, Geschäftsführer des Bund Naturschutz, seinen von Lichtbildern untermalten Vortrag vor interessierten Senioren im BRK-Altenheim "St. Jakobus" ein. Leider könnten die meisten der Senioren die Exkursionsangebote nicht mehr wahrnehmen, merkte Sozialbetreuerin Hilde Khaldi an, "deshalb freuen wir uns besonders dass Horst Schwemmer vom Bund Naturschutz zu uns gekommen ist".

Bilder aus der Natur, den Pflanzen und Tieren unserer Region wolle er zeigen, so Schwemmer, aber auch von den Erinnerungen der Senioren profitieren, "denn auch diese vermitteln uns neue Erkenntnisse".

Und so zeigte er Bilder von Kröten, Fröschen, Molchen und Unken - "lauter Kroterer" wie Oswald Weiß meinte - und merkte an, dass der Grasfrosch, welcher vor einigen Jahren noch häufig zu sehen gewesen sei, jetzt schon auf der roten Liste in Bayern stehe "und auch der Laubfrosch ist inzwischen ein ganz seltener Kerl geworden".

Fotos folgten vom Storch, der in Hahnbach auf dem Amberger Tor nistet, vom Biber der in Bayern schon ausgestorben war und 1968 durch den Bund Naturschutz und das Bayerische Landwirtschaftsministerium wieder heimisch gemacht wurde. "Viel wird zwar über den Biber geschimpft, und ich muss zugeben, dass er Schäden verursacht, aber er bringt Wasser in die Fläche und verhindert so Hochwasser".

Bilder von Schlüsselblumen von der auf Magerrasen im Lauterachtal bei Stettkirchen wachsende Orchidee Brandknabenkraut oder auch das Habichtskraut wechselten mit dem auf Feuchtwiesen wachsenden gefleckten Knabenkraut.

Schwemmer erzählte von den Pflegearbeiten der Mitarbeiter des Bund Naturschutz auf vereinseigenen Flächen im Landkreis, allein etwa 18 Hektar im Gemeindegebiet Hohenburg, verwies auf die Unterstützung des "nepomuk"Projekts durch Flächenfreimachung um durchgehende Weideflächen für Schafe zu erhalten und zeigte Bilder von Baumfällaktionen bei Eiseskälte im Moor bei Kötzersricht. "Wir kümmern uns auch um Streuobst, haben alte Obstbaumsorten bei Adertshausen gepflanzt und um die Landwirtschaft im Landkreis zu stärken, die Broschüre ,Gutes aus dem Amberg-Sulzbacher Land' zur Stärkung unserer selbstvermarktenden Landwirte herausgebracht", beschrieb Schwemmer die Arbeit des Bund Naturschutz.

Oberpfalznetz

 

24.10.2006 Natur auf der Spur

Horst Schwemmer bei Senioren in Vilseck
Schlicht. (ct) Im Rahmen des vom Bayerischen Umweltfonds geförderten Projekts "Natur für Senioren" besuchte der geprüfte Naturführer und Geschäftsführer des Bundes Naturschutz Horst Schwemmer das Lebenszentrum Vilseck in Schlicht.

Sein Dia-Vortrag stieß auf reges Interesse bei den Senioren, denn Schwemmer verstand es, mit interessanten Photos und Geschichten aus dem Landkreis und mit Erklärungen zu Tieren und Pflanzen die Besucher zu unterhalten und für die Natur der Umgebung aufzuschließen.

Der Referent ging auch auf Veränderungen und Zerstörungen von Landschaften ein und bot Exkursionen in die Umgebung und an besonders schöne, erinnerungsträchtige Orte an. Umgekehrt zeigte er sich sehr interessiert an Erfahrungen und Erinnerungen der Heimbewohner. Diese sollen vom Bund Naturschutz gesammelt und unter dem Titel "Gschicht'n vom Land" auch veröffentlicht werden.

Beschäftigungstherapeutin Heidi Neubauer, auf deren Initiative der Vortrag zustande gekommen war, bedankte sich mit einem kleinen Präsent bei dem Referenten.


Amberger Zeitung